Editorial Digitale Dienstleistung

Die deutsche Wirtschaft ist an einem Scheideweg angelangt. Zwei Beispiele: Im Maschinenbau galt und gilt bis heute das deutsche Ingenieurswesen als Merkmal höchster Güte und die deutsche Automobilindustrie produziert weiterhin Autos mit hoher Präzision in Sachen Verarbeitung und Qualität. Heute kommt es jedoch weniger auf das an, was unter der Haube schlummert, sondern auf die digitalen Assistenzsysteme, vom Connected Car bis zur gar nicht fernen Zukunftsperspektive des autonomen Fahrens, während Maschinen und was sie herstellen durch Sensoren und digitale Daten angereichert sind. Und nicht nur die Produkte werden digitaler. Zusätzlich werden auch sukzessive Produkte durch Dienstleistungen ersetzt. Das Statussymbol Auto weicht der Dienstleistung Mobilität.

Einführung digitaler Geschäftsprozesse im Unternehmen

Wenn Mitarbeiter sich Prozessoptimierungen entziehen, hat das weitreichende Folgen für Unternehmen. Der Beitrag zeigt die Ursachen und was das Change-Management vom Innovationsmanagement und der Verhaltensökonomie lernen kann. Aus den Erkenntnissen wurde ein einfaches, standardisiertes Werkzeug entwickelt, mit dem sich die Potenziale von Prozessveränderungen deutlich schneller realisieren lassen. An einem Praxisbeispiel wird gezeigt, wie die Barrieren bei Mitarbeitern ermittelt werden können.

Facilitating Urban Planning with Human-Centred Digital Design Methodology

Die Bedürfnisse der Bewohner in die Stadtplanung von Smart-Cities einbringen. Das ist das Ziel des Participatory Urban Design (PUD) Projekts der Universität Halmstad. Gemeinsam mit Architekten und Dienstleistungsplanern arbeiten die Forscher an der konkreten Planung eines Wohngebiets in Schweden. Im digitalen Design Kontext bringt das Forschungsprojekt die Wünsche und Erwartungen der Menschen direkt in den Stadtplanungsprozess ein. Das Leben der Bewohner soll in Zukunft durch digitale Dienstleistungen und Künstliche Intelligenz erleichtert und noch vernetzter werden. Der Schlüssel zum Erfolg des Projekts sei die fachübergreifende Zusammenarbeit hin zur Stadt der Zukunft.

„Technologie darf nie Selbstzweck sein“

Die digitale Transformation unserer Gesellschaft verstärkt den Druck auf Industrieunternehmen. Im Wettbewerb entscheidet nicht mehr der Preis, sondern das Kundenerlebnis. Professionelle Service-Design- Prozesse sind ein wichtiger Schlüsselfaktor für die Bereitstellung neuer Geschäftsmodelle, die die analoge Welt mit der digitalen verbinden und sowohl bestehende als auch neue Kunden begeistern.

Dynamic Pricing im Nahverkehr

Im Zuge der zunehmenden Digitalisierung sind in den letzten Jahren neue Geschäftsmodelle entstanden, im Nahverkehr z.B. durch Fahrvermittlungsoder Carsharingdienste, die fast ausschließlich Webbzw. App-basiert sind. In der Hotellerie, dem Online-Handel und im Luftverkehr wird Dynamic Pricing schon lange angewandt. Auch im Nahverkehr bei den oben beschriebenen Dienstleistungen ist eine solche marktaktuelle Anpassung möglich. Fahrdienstvermittlungs- und Carsharingdienste wurden erst durch die zunehmende Digitalisierung möglich und eröffnen vielversprechende Möglichkeiten für eine effiziente Nutzung der Ressourcen.

Personennahe Dienstleistungen in der digitalen Transformation

Im Wandel der Digitalisierung kommt es mehr denn je auf den Wert an, den man dem Kunden bietet. Aus Produkten werden Product Service Systems, aus traditionellen Herstellern werden Dienstleistungsunternehmen und aus Kunden werden Co-Creator. Verschiedene Partizipationsszenarien diktieren wie Prozesse, Beziehungen und Geschäftsmodelle künftig funktionieren. Um eine Übersicht über diese Potenziale zu schaffen, wird eine Service-Canvas erzeugt, die Entwicklungslinien und Gestaltungsbereiche aufzeigt.

Real-digital statt total-digital

Neue Technologien wie Augmented und Virtual Reality, Blockchain, Internet of Things oder Künstliche Intelligenz scheinen den Mensch immer mehr in den Hintergrund zu stellen. Eine konsequente Nutzerorientierung bei der Entwicklung von neuen Produkten und Dienstleistungen kann die Angst vor dem bevorstehenden Kontrollverlust jedoch lindern. Die Leistungsangebote der Zukunft vereinen Produkte und Services aus der digitalen und analogen Welt zu Nutzererlebnissen, die uns das Leben in der zunehmend digitalisierten Welt erleichtern.

Selbstlernende Künstliche Intelligenz reduziert Minderqualität in komplexen Produktionsprozessen

Künstliche Intelligenz (KI) breitet sich in alle Lebensbereiche aus, so auch zur Ausschussminimierung in der Produktion. Aufgrund komplexer Produktionsprozesse mit einer hohen Variantenvielfalt ist es wichtig, die richtigen KI-Verfahren auszuwählen: Selbstlernend und adaptiv, ohne als Black Box die Ursachen für Minderqualität zurückzuhalten. Projekte in der stückorientierten Fertigung und in der Prozessindustrie zeigen, wie Maschinen und Prozesse vorausschauend gesteuert werden können und KI den Ausschuss über unterschiedliche Wege minimiert.

Smart Services in der industriellen Anwendung

Smart Services erweitern das Geschäftsmodell durch die Integration innovativer Dienstleistungen. Beispiele umfassen einen smarten Pop-up-Store in Berlin oder die digitale Landwirtschaft, aber auch die Aufrüstung „herkömmlicher“ Industrieanlagen hin zu Industrie-4.0-fähigen Anlagen. Dennoch bleiben viele Herausforderungen, darunter die Datenübertragung, der Datenschutz sowie Verordnungen, Normen und Standards.

Augmented Reality in der Auditierung

Die Digitalisierung hebt Dienstleistungsmerkmale wie den örtlichen und zeitlichen Zusammenfall von Erzeugung und Bezug der Dienstleistung auf. Ein digitaler Service ist die Beratung mit Hilfe von Augmented Reality (AR). Unter AR versteht man die Erweiterung der Realitätswahrnehmung durch computergenerierte Zusatzinformationen. Dies kann bei der Beratung im Rahmen einer Auditierung und Zertifizierung zur betrieblichen Informationssicherheit, wo Infrastruktur wie zum Beispiel ein Serverraum vor Ort begutachtet werden muss, eingesetzt werden. AR reduziert hier die Vor-Ort-Besuche des Beraters.

Auf dem Weg zur digitalisierten Baustelle

Das Bauwesen gilt als eine Branche mit großem Aufholbedarf, wenn es um die Digitalisierung geht, denn auf der Ausführungsseite dominieren weiterhin analoge Prozesse und Medien. Das Projekt ConWearDi will dies nun ändern und eine Webplattform zum Austausch aller am Bau beteiligten Parteien erstellen. Grundlage dafür ist eine umfassende Analyse der Baustellenabläufe, woraufhin innovative Dienstleistungen und Prozesse ausgearbeitet werden. Parallel dazu werden tragbare Computersysteme und intelligente Werkzeuge und Materialien erweitert.