Editorial | Wenn sich Wälder selbst verwalten

Wie groß ist Ihr Vertrauen in den Kunden? Wie sehr vertrauen Sie dem Lieferanten? Trauen Sie tatsächlich dem Lizenzprodukt, das angeblich höchste Qualität besitzt? Im Windschatten der Debatte um Industrie 4.0 und Digitalisierung ganzer Branchen segelte die Diskussion um Smart Contracts, Distributed Ledger-Technologie und die Blockchain in die Vorstandsetagen der Unternehmen, um sie zusätzlich zu verunsichern. Braucht das Unternehmen nun auch noch die Blockchain-Technologie, um weiterhin erfolgreich zu agieren? Um die Antwort auf diese Frage vorwegzunehmen: mittel- bis langfristig ja.

Die Blockchain könnte für mehr Gerechtigkeit in der Musikindustrie sorgen

„Die Blockchain könnte für mehr Gerechtigkeit in der Musikindustrie sorgen“

Künstler-Tantiemen für das Abspielen von Musiktiteln durch Radio- oder TV-Sender werden über Verwertungsgesellschaften abgewickelt. Die Abrechnung dieser Rechte wird aber seit Jahren als sehr undurchsichtig und lückenhaft kritisiert. Moderne Blockchain-Technologie könnte dem Problem ein Ende setzen. Auch im Bereich der Direktvermarktung zwischen Künstlern und Publikum und im Live-Musik-Geschäft entstehen an vielen Orten interessante Initiativen. Wir erfahren vom Musik-Experten Florian von Hoyer, welche Chancen und Risiken Digitalisierung und Kryptographie für die Musikindustrie mitbringen.

Abbildung zweier Hände, die Tablet, PCs halten

Blockchain für die Koordination und Auditierung kooperierender Prozesse

Ein Alleinstellungsmerkmal der Blockchain ist die Abstimmung zwischen kooperierenden Geschäftspartnern. Statt Kooperationen über Rahmenvereinbarungen zu etablieren, können flexible Netzwerke von Partnern und Prozessen auf Basis der Konsensbildung koordiniert und die Korrektheit der Ausführung auditiert werden. Diese Koordination im Netz ist insbesondere in Lieferketten (Nachverfolgung von Produkten) von großem Wert und erlaubt deren Flexibilisierung. Prozessbeispiele hierfür sind die qualitätsgesicherte Zulieferung von Batteriezellen für Antriebsakku oder Akkreditive für den Warenimport.

3D-Drucker und Konzept für 3D-Druckdaten

Secure Additive Manufacturing-Konzept für 3D-Druckdaten

Sinkt der Preis für Kopiertechnologien wie 3D-Druck, steigt das Risiko von Plagiaten und Raubkopien an. Eine auf Blockchain-Technologie basierende Verifikation von lizenzierten, 3D-gedruckten Ersatzteilen entscheidet damit nicht nur über die rechtlich einwandfreie Verwendung, sondern auch über die Sicherheit dieser Bauteile. Das Projekt SAMPL (Secure Additive Manufacturing Plattform) beschäftigt sich daher mit einer neuen „Chain of Trust“ in den Beziehungen zwischen Lizenzgeber und -nehmer gedruckter Ersatzteile.

Abbildung eines Handys in einer Infrastruktur zu Digitale Geschäftsmodelle

Digitale Geschäftsmodelle durch Blockchain-Technologie

Manchmal hat man eine vielversprechende Technologie und findet keine passenden Anwendungsfälle und Probleme, die durch diese gelöst werden können. Bei Blockchain kann man den Eindruck gewinnen, dass es hier so ist. Bisher ist in den in Frage kommenden Branchen keine funktionierende Blockchain Plattform vorgestellt worden, die die Versprechen einlöst und tatsächlich die Intermediäre überflüssig macht. Und dennoch werden Geschäftsmodelle auf Basis der Blockchain zu erwarten sein.
Sidechains

Abbildung zweier Computer, die verbunden sind und viele Dokumente beinhalten

Archivierung neu gedacht

Technische Systemlösungen auf Blockchain-Basis erleben derzeit einen ungeahnten Hype. Dabei scheint die halbe Welt an dem Versuch zu arbeiten, den Erfolg der Kryptowährung Bitcoin zu wiederholen. Der Mehrwert und die Sinnhaftigkeit vieler Ansätze darf deshalb durchaus in Frage gestellt werden. Nach der Bitcoin-Spekulationsblase droht nun der große Knall. Im schlimmsten Fall wird eine vielversprechende Technologie aufgrund unausgereifter Implementierungen diskreditiert. Dabei sind nachhaltige Systemlösungen auf Basis einer Blockchain möglich und Fehler beim Systemdesign leicht vermeidbar.